Mittwoch, 5. November 2008

Der taegliche Wahnsinn



Die Sache mit dem Toilettenbesuch war schon vor der Abreise ein heißes Thema. Wie viel Toilettenpapier nimmt man mit, wie fit sind meine Beine für das auf dem Klo sitzen und welche Technik ist wohl die beste zum Sauber machen. Nach der Ankunft in Indien waren die Fragen dann, wie man in der Hocke nicht umfallt, welcher Eimer ist wofür und wie halte ich den Western Toilett Deckel trocken während ich dusche. Die Western Toilets, also wie bei uns, gab es bisher in allen Hostels (sonst wären wir wahrscheinlich auch nicht eingezogen). Da wir, entgegen der üblichen Vorstellung, bisher ohne das durch dreckiges Wasser oder ungeschältes Obst verursachten Dünnschiß ausgekommen sind, und im Gegenteil dank des sehr kohlenhydratelastigen Essen und der leckeren Bananen eher zu wenig aufs Örtchen mussten, sind wir noch nicht an den Toiletten verzweifelt.

Andererseits waren wir schon in Restaurants, in Indien Hotel genannt, bei denen wir durch die Küche hinter das Haus zur Toilette mussten. Nachts, im Dunkeln, auf einer Mauer hinterm Haus balancierend, um sich dann am Dach den Kopf zu stoßen und derart betäubt und irritiert vor der schlecht beleuchteten Wahl steht: Western oder Indian Style? In Goa haben wir dann begonnen, uns auf Indien einzustellen und das Wasserspiel zu üben. Da die Technik nur in perfekter Ausführung wirklich schwierig, das heißt ohne ein am Ende total nasses Gesäß. Man muss nur dafür sorgen, dass das Becherchen nicht zu weit weg steht. Aber wem ist auf dem Klo nicht schon einmal das Papier ausgegangen?!?

Das restliche Kloinventar ist spärlich, aber funktional. Der Eimer ist ein echtes Multitool: Waesche und man selbst werden hier gewaschen.


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