Sonntag, 30. November 2008

Mumbai und kein Ende

Tagchen alle zusammen!

Erstmal: Uns geht's gut, wir sind ja ganz weit weg von Mumbai, wieder im friedlichen Kerala und hier vertragen sich die Muslims und die Hindus weitestgehend. (Bis auf Messerstechereien mit Toten in Kabalakkad und Manathavadi, haha) Nur unser geplantes, ausgiebiges und ausschweifendes Luxusabendessen im Taj werden wir wohl absagen muessen. Wir sind jetzt nur noch unter K's Nummer zu erreichen, da meine SIM Karte den Geist aufgegeben hat.

Derzeit hoert man anscheinend viel ueber Indien und Mumbai, wir dagegen haben erst am 2. Tag davon erfahren. Hab ja schliesslich keine Zeitung abonniert. Das die erste Schiesserei im Leopold Cafe losging, der Ort, an dem wir an unserem ersten Tag in Indien eingekehrt sind, hat uns schon geschockt. Ach ja, im Victoria Terminus, dem groessten Bahnhof, waren wir am 2., im Taj Hotel am 3.Tag. Ins Taj mussten wir durch eine Gepaeckkontrolle, bei der nach Bomben, etc., gesucht wurde. Das fanden wir schon krass, das wird jetzt alles noch schlimmer. Andererseits sind wir, seit wir das Buch von Suketu Mehta "Maximum City: Bombay Lost and Found" gelesen haben, bewandert im Bezug auf die indischen Problemzonen, und auch nicht weiter ueberrascht. Einer der Kopf hinter den Anschlaegen soll Dawood Ibrahim sein, der an den Bombenanschlaegen im Zuge der Riots in Bombay 1993 beteiligt gewesen sein soll und derzeit in Karachi lebt. Er wurde in dem Buch ausfuehrlich beschrieben und interviewt. Die LeT kennen wir dagegen nicht. Naja, wir lesen aufmerksam die Zeitung und aergern uns ueber patriotisches Geschwafel, in dem erschossene Soldaten als Martyrer dargestellt werden, und Vorverurteilung, die alle Schuld ins Ausland schieben.

Wir sind derzeit in Alappuzha, von wo aus wir morgen einen kleinen Ausflug in die keralischen Backwaters unternehmen wollen. Die letzten Tage haben wir am kleinen, sauberen Strand in Varkala verbracht. Der Strandteil des Staedtchens ist verdammt teuer und kam an das Angebot der Straende in Goa heran. Haben viele Australier getroffen und ein Buch gelesen. Kanyakumarin, der Suedzipfel Indiens, war auch sehr beeindruckend, obwohl das Wetter scheisse war. Mehr dazu bald, das hier sollte nur ein kleiner, beruhigender Einschub sein.

das bild ist von der AFP und wird so bei Aljazeeras Fotoslideshow gezeigt.

Donnerstag, 20. November 2008

out of kerala

teil 2 unserer tour d'Indie ist, wie berichtet, angebrochen. Der Tag, den wir in Chennai, der größten Stadt Tamilnadus verbracht haben, war Ks. Projekt gewidmet. Sie hat einen Herrn namens Körnl, äh, Colonel, getroffen, dessen Unterstützung sie für das Austauschprojekt zugesagt bekommen hat. Er ist davon überzeugt, dass K. diese Aufgabe von Gott zugewiesen bekommen hat und, wenn alles gut geplant ist, von nun an alles glatt laufen wird. Colonel kam am Vortag unserer Ankunft von einem Aufenthalt im Ashram des Guru Meher Baba zurück, den wir vor unserer Abreise (zufällig) durch einen Freund meiner Eltern kennenlernten.
Nach der Ankunft konnten wir, nachdem wir ein fr
ühes Frühstück bis um 6.30 Uhr herausgezögert hatten, beim Bruder von Rajid einkehren.
Die beiden sind freiberuflich und eigentlich aus Bombai (sie zumindest). Sie und ihre beiden (extrem lieben und zutraulichen) Rottweiler haben uns ein sehr schönen Tag beschert, und es bleibt zu hoffen, dass wir sie bald wieder sehen. Eine abendliche Tour durch Chennai und ein Abendessen sind einfach nicht genug.
Der Montag brachte uns nach einem Mittagessen und Gespr
äch mit Colonel
und uns dann per Bus ins hübsche, unglaublich saubere Puducherry. Im Guesthouse hatten wir viel Platz, die Stadt besichtigten wir mal mit dem Rad, mal per Pedes, und vom berühmt-berüchtigten Auroville haben wir nur das Wahrzeichen, den Matrimandir, gesehen.
Heute wurde es dann ganz wild: Haare schneiden stand auf dem Programm. Ist's was geworden? Wissen wir noch nicht so genau.

Dienstag, 18. November 2008

TraDishional

More recipes from beautiful India:

TraDishional

Rote Beete Curry/Salat (Kerala)

4 Rote Beete, klein
(1 Zwiebel)
2-3 Knoblauchzehen
1-2 grüne Chilli, frisch
1 Stk Ingwer
1 Tl. dunkle Senfkörner
Salz, Pfeffer, Öl


Rote Beete schälen, fein reiben. Chili halbieren, Zwiebel grob, restliche Zutaten fein hacken. Zwiebeln, Chilli anbraten, dann Knoblauch, Ingwer, Senfkörner kurz mitschwenken. Rote Beete dazu, ein paar Minuten bei kleiner Flamme brutzeln lassen, vielleicht mit ein bisschen Wasser. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Als Beilagen gibt’s ein hartgekochtes Ei und Chapatti.

Man kann auch noch Curryblätter zugeben, doch da es die bei uns in „good old Dschörmeni“ nur trocken gibt (hier kommen sie frisch vom Baum), weiß ich nicht, wann sie dazu kommen.

Das Rezept habe ich aus dem, was wir bei RASTA fast jeden Abend zu essen bekommen haben, extrapoliert. D.h., Peter, probier's mal aus, schau, ob die Rote Beete dann schon genießbar ist, und gib 'nen Kommentar. Ich hab hier keine Küche, sonst würd' ich es selber machen.

Beetroot Curry/Salad (Kerala)

4 Beetroot, small
(1 onion)
2-3 garlic toes
1-2 green Chilli, fresh
1 piece ginger
1 tsp dark mustard seeds
Salt, Pepper, Oil

Peel and grate beetroot. Slice chillies in half, roughly dice onion, finely dice garlic, ginger. First put the onion and chillies, after 2 min. the mustard, garlic and ginger. One minute later, add beetroot. Let is stew on low heat, stir well and add salt and pepper to tast. Goes well with hard boiled eggs and chapatti.



Some early impressions. Wir sind in Pondicherry angekommen. Das Oertchen hat mittlerweile einen neuen Namen, aber den ignorieren wir hier der Einfachheit halber mal. Die sind hier so viel am umbenennen, das ist echt nicht mehr feierlich.
Wir wohnen, wie gesagt, im Guesthouse des oertlichen Ashram, dessen Gruender Sri Aurobindo und seine treue Gefaehrtin "Mutter" in die ewigen Jagdgruende entschwunden sind, wenn man das so sagen darf. Uebrig sind die Verwalter ihres Erbes und das Projekt Auroville, das wir uns morgen ansehen werden, und dessen Bewohner in Handarbeit ganz tolle Dinge herstellen, deren Charme wir uns nicht erwehren konnten. Und Postkarten gibt's hier auch, weswegen die naechste Runde Postkarten bald unterwegs sein wird. Wer welche will, bitte Adresse an uns senden. K. mailadresse ist ja hier auf der Seite zu finden.

Zur Zeit sitzen wir in einem schoenen I-net Cafe, dessen Bedienung hinter uns Aquarelle malt und uns Eistee mit Minze, Sandwiches und Mocca serviert. Diese kommen gleich, deshalb ist jetzt erstmal Schluss.

Montag, 17. November 2008

Chennai - Hit and Run

Hallo ihr Lieben,

wir sind Sonntag frueh in Chennai und damit Indiens Ostkueste angekommen, hatten gute Gespraeche und leckere (Abend)Essen, und sitzten in einer halben Stunde im Bus ins franzoesisch angehauchte Staedtchen Pondicherri. Da geht's dann fuer 1-2 Naechte ins Ashram Guesthouses, wir werden entspannen, die Haare schneiden, das Projekt Auroville besuchen und die letzten Tage verschriftlichen.
Alles gut, sonst.
Angerufen werden koennen wir unter den selben Nummern, haben auch noch genug Kohle um die Roaming Gebuehren zu zahlen.
Bald mehr.

Freitag, 14. November 2008

Areca Kletterer

Teil I: Hoch hinauf

Teil II: Von Baum zu Baum

Donnerstag, 13. November 2008

Byebye, Kerala

Es scheint, als waere dies das letzte posting aus Wayanad, da wir am Samstag wohl nach Chennai fahren. Da wir nun unterwegs sein werden, gibt's auch nicht mehr so regelmaessig Bilder, posts, etc. Mal sehen, was so kommt.
Die vier Wochen bei RASTA und in Kannur sind passe, revue passieren lasse ich sie spaeter, es war sehr schoen. Die Rucksaecke sind schwerer, und die 2. Haelfte unserer Tour erwarten wir mit Spannung! Zu sehen sein werden die bunten Tempel Tamilandus, verrueckte Bahnstrecken, die Spitze Indiens, sowie einige Gesichter, die wir schon in Bombay gesehen haben.

mann, heute bin ich ganz schoen fertig, wir haben unser erstes Videoprojekt fertig und heute morgen fuer alle deutsches Fruehstueck ("No rice!?") gemacht.

Bilder davon gibt's auch, spaeter.

Cheers!

Bilderlauf X

Dog, Tired: Spooky, Experience India topdog, likes the camera and is tired after a long ride in the jeep, on which he decided to puke 3 times. I don't like dogs anyway. Then, there is the Indian style of customer service: M. with 5! eager Al Bundies... no, they actually were all really nice! Sindur (K. explained) makes us look good, as you can see (that's the churida K was writing about). At last, you can also see what traveling in India does to you. At the end, you're really tired...




Bilderlauf IX







Bilderlauf VIII






Kannur-Pics: Cooking with headlamps during the daily 30 min. blackout (TigerPrawns for a birthdayparty), straving gazes, the red sides of Kerala (Chillies and Che), and K's skirt shading dogs on the beach!

Bilderlauf VII









Some pics: me opening a coconut (there's a video also, but i'll post it later) diwalli celebration, me lighting candles, some interested Indian children et al having their pictures taken (even the small one with the typical ski mask is watching), and above the littel daughter of Sunny J., a farmer working with RASTA (see us working in his backyard) and us with the family of Joshy, an employee at RASTA.

Dienstag, 11. November 2008

Meetings (with Gods)

I met a god! A real one! At a Teyyam, a tradidtional Kerala festivity in which a dancer becomes the host for Muthappen, the God of booze and celebration. Juju, my Kalari teacher, introduced me to his sister; who in turn invited me to join the teyyam at her ancestral home. I have read about this thing in the LP and I really wanted to experience in for myself, so I was only to happy to accept the invitation. When we reached the place the god was already present, laughing with the many people who had come to get his blessing. There was Toddy galore (an alcoholic drink made of some part of a coconut tree) and the overall mood was slightly drunken and extremely cheerful. My presence certainly added to the overall joyfulness, as all the women indulged in feeding me the local delicacies and the children and men stared - openly, curiously but very friendly at me. At one point I thought the god must certainly be agitated because everyone seemed to make more fuzz about me than about the presence of his divinity. However, when it was my turn to get his blessings he just sniggered happily, told me that he cannot speak my language but that he can see that I have a very beautiful mind. He also prophesised that I will have all the good things in life (Juju`s sister was kind enough to help me out with a splendid translation, which even repeated the chuckling and the gods always smiling face...). Throughout the further blessings of more and more people, the house and everything around him, and throughout the divine, trancelike dance that is accompanied by a rhythmic beating of several drums, shells and a melodious tin flute, up until the heavily costumed dancer removed his headdress and resumed his existence as mere mortal, I kept wondering what on earth a god might mean by „all the good things“... Well, I courageously decided that it certainly would not mean I would die in a motorcycle accident in some South-Indian backstreet. And so, I agreed to have a well intoddyated Juju take me home, in the middle of the night, on his bike. Which according to him is so entangled with his soul it will never fail him. It didn't. We got home safe and sound and I sunk onto my bed still marvelling what „good thing“ would be in store for me for the next day, and the day after and the day after that...
(I will post some pics as soon as possible!)

Montag, 10. November 2008

Shopping in India

Since Andy has already posted the picture to this blog entry, I will just give you the background info on colourful picture with all the nice fabric around us Germans. In Kalpetta, the capital of the Wayanad District, there is a lovely little four story store that specialised in making a womans heart beat a few paces faster. Once you walk through the doors a beautifully dressed girl will come towards you and ask what it is you desire. Once you made up your mind on whether you want a elegant silk saree, the most colourul silk scarfs, simply some shiny new fabris, fake or genuine jewelery, shoes, skirts, shirts or a beautifully fitting salwar kameez (here they call it churidar), you will be ushered on to the right floor, where a flock of wellclad gentlemen are just waiting to find the perfect dress for you. Once they led you to the correct counter you will be seated, served some tea and as soon as you feel perfectly comfortable the fabric show will begin. It does not matter that you say that you really dont think that pink is the right colour for you, and neon green just makes you look awfully pale, your are presented with fabrics in so many diffrent colours and patterns you feel your head starting to spin... secretly wondering why on earth you never new that so many different shades even existed! After you have decided on the right thing, you move on to the next counter. looking through more nicee and colourfull shirts, scarfs and juwelery. Whenever you think that you surely have done enough shopping for the next century you just move down to the cashiers. wher all your choices will be waiting for you, baged and counted twice just to make sure everything you wnt is actually there. After everything is payed for you are presented with a cute fabric shopping bag that contains all your new belongings and a small gift for you. When you leave the store you feel happy and exhausted and a teensy bit like a princess...

Mittwoch, 5. November 2008

Das Auge des Elefanten

Isa hat uns eine SMS geschickt in der ungefähr stand, dass derjenige der nach Weisheit strebt keinen Guru suchen muss sondern einfach in das Auge eines Elefanten blicken muss. Genau das haben wir am Samstag gemacht. zusammen mit Jimmy und Katja sind wir ein Arbeitselefantenlager besuchen gefahren. Dort sind wir ihnen dann zum ersten mal begegnet, den Riesen des Dschungels! Ich habe zwar schon Elefanten im Zoo gesehen, aber so riesig hatte ich sie nicht in Erinnerung...was vielleicht auch damit zusammen hing, dass die Zooelefanten einfach ein bisschen jünger sind. Hier aber stand eine bunte Mischung von alten Giganten und jungen Benjamin Blümchens vor uns. Einer der Jungelefanten ließ es sich auch nicht nehmen Andy und mir erst einmal die Hand mit dem Rüssel zu schütteln. Mich hat er allerdings nach dem ersten Beschnüffeln erst mal angespuckt... nur um meine Hand dann wieder trocken zu fönen...
Unser lustiges Spiel mit dem kleinen Elefanten wurde dann jedoch jäh vom orenbetäubenden Brüllen eines älteren Elefanten unterbrochen, der sich lauthals beschweren musste, weil er kein Leckerli gekriegt hatte,,, und sozusagen ohne Abenbrot auf den allnächtlichen Ausflug in den Wald geschickt wurde. Wenn ich diejenige mit den Leckerlis gewesen wäre, hätte er sofort eins gekriegt, weil ich mich über die Lautstärke nämlich so erschrocken habe (die ganze Hütte unter der wir standen hat vibriert!), dass ich alles fallen gelassen hätte... wenn ich, wie gesagt, etwas gehalten hätte...
Um den Schrecken wieder gut zu machen durften wir einem der anderen Alten daraufhin den Rüssel tätscheln...so ein Elefant fühlt sich ganz schön komisch an...ganz rauh und borstig...und als ich ihm die Wange getätschelt habe, hätte ich schwören können, dass mich der Elefant angrinst! Jedenfalls haben sich um sein Auge ganz viele Fältchen gebildet und er hat seinen Rüssel ein bisschen gehoben!
Beim grinsen jedenfalls habe ich dem Elefanten ins Auge geschaut...und das war echt mal eine seltsame Erfahrung mit Gänsehauteffekt. Die Augen der Jungen sind noch ganz hell, aber die der alten Elefanten sind ganz dunkel, weise und tief und man hat das Gefühl, dass einen dieses Auge mit einem Blick durchschaut und alles über einen weiß... Auf jeden Fall merkt man, dass man in etwas sehr altes und wildes blickt... etwas das einen sehr nachdenklich und vielleicht ein wenig traurig stimmt... vielleicht weil man erkennt, dass es die Schuld der Menschen ist, dass der Elefant der vor einem steht Ketten an den Füßen hat und die wilde Freiheit die man in seinen Augen sieht nur noch eine Erinnerung für ihn ist... und dann fällt einem ein, dass Elefanten ja angeblich die beste Erinnerung haben... und man blickt wieder in die Augen und versteht warum das gesagt wird...

Nachtrag: Im Indischen Zirkus, in dem ich gestern war, (und der sehr nach einer geglückten 80er-Jahre Show aussah) gab es auch Elefanten... Kricket spielende Elefanten! Indien halt...

Bilderlauf VI













so many pics: we driving in a crowded bus, A. inspecting rubber-rubbish, us visiting really old caves, and then climbing up (and down) the steep hill where they are located with the guidance of Nikhin, a student of tourism in Sultan Batherie, and K. and A. giving nothing to a young elephant. Furthermore: K. holding a baby donated by a mother that wanted to make a phone call and a carving of an leader, dated approx. 4000 B.C. The other two pics are taken in front of some amazing particles of H2O falling down a stone wall.