Letzten Mittwoch machte sich ein mit, 2 Tippis, 5 Rucksäcken, 7 Menschen, 10 Kokusnüssen und diversen Kissen und Schlafsäcken beladener Jeep auf die Reise nach Coorg, einem in den West Ghats gelegenes Kaffeeanbaugebiet voll wilder Romantik und mit einer Vielzahl an wilden Tieren (angeblich...ich habe leider auf der Fahrt außer Rotwild nichts gesehen...die Aufforderung nach Elefanten Ausschau zu halten bringt aber auf jeden Fall jedes noch so quängelige Kind zum gespannten schweigen!).
Der voll geladene Jeep, die keralische Temperatur, vor allem aber die Beschaffenheit der indischen Straßen sorgten dafür, dass wir am Ende unserer 10 stündigen Fahrt nicht nur durchgeschüttelt und verspannt, sondern auch hundemüde waren.
Zum Glück für meine verknoteten Beine legten wir das ein oder andere Päuschen ein. Zuerst in Toddi Shop, einer typisch keralischen Bar, in der eigentlich ausschließlich Männer verkehren und dort ordentlich „Toddi“, ein alkoholisches Federweißer-ähnliches Kokusnuss-Getränk bechern. Dort wurden wir vier weißen, verruchen Frauen (Katja von EI und Mandy und Eileen, zwei andere Voluneers) erst einmal ausgiebig, neugierig und etwas misstrauisch beäugt, doch dann bekamen wir doch was zu essen und zu trinken. Obwohl die Männer während unseres gesamten Aufenthalts in der Bar nicht dazu kamen ihre Zeitungen zu lesen und uns die ganze Zeit anlächeln mussten...tztztz...(Foto folgt).
Danach machten wir ein Päuschen auf einem Gelände, welches gerade unter Mitarbeit von EI, in ein ayuvedisches Urlaubsparadies verwandelt wird. Das grüne bewaldete Fleckchen Erde kuschelt sich an ein kleines plätscherndes Flüsschen, das geradewegs aus dem angrenzenden Dschungel kommt und ein wunderschönes natürliches Schwimmbecken formt. Da durften wir dann unsere Bikinis auspacken und exklusiv im Wildbach baden. Hin und wieder trieb ein Blümchen an uns vorbei, In der nächsten Flussbiegung sah man indische Frauen beim Wäsche waschen und wenn man sich auf dem Rücken treiben ließ konnte man in der ferne die Berge von Wayanad bewundern. Tiere ließen sich keine blicken, obwohl ich doch immer wieder auf die Dschungelseite blickte und nach Baghira, Ka und Shir Khan ausschau hielt. 
Nach der Abkühlung gings im heissen Jeep weiter zu Rasta. Eigentlich eine Strecke, die gar nicht mehr so weit ist und ganz schnell hätte gehen können. Aber in Indien geht scheinbar immer alles nicht nach Plan...Es fing an zu regnen...oder eher zu schütten wie aus Regenfässern und die Fenster vom Jeep klemmten. Nach unserem erfrischenden Bad also eine noch erfrischendere Regendusche...ich Juju (mein Kalari-Lehrer) und ich saßen vorne und wurden so nass, dass wir unsere Klamotten auswringen mussten! Mit vereinten Kräften konnten die Fenster schließlich geschlossen werden und langsam aber sicher wurden wir wieder trocken.
Nachdem wir Mandy bei Rasta abgesetzt hatten hatten wir zwar etwas mehr Platz (- 1 Mensch, ein Tippi, ein Rucksack und ein Schlafsack) und so weit ist es von Kambalakad nach Coorg auch nicht wirklich (ca. 80 km), allerdings sind die Sraßen so! schlecht, dass man teilweise nur in schrittgeschwindigkeit fahren kann. Man kann deutlich erkennen, wie die Natur (bzw. der Wald) gegen die industrialisierung ankämpft. Es hängen Bäume in die Straßen, die Schlaglöcher verwandeln sich im Regen in kleine Seen in denen Schlangen, Frösche (und laut Andy und Mandy sogar Krabben) hausen und hin und wieder hoppelt ein Hase oder Mouse Deer über die Straße. Auch Elefanten die Autos jagen soll es in Wayanad geben, doch dieser Anbick wurde mir wie gesagt(zum Glück???) verwehrt. Obwohl wir auf unserer Straße so viel erlebt haben, soll es noch weitaus schlimmere Verbindungen geben!
Als wir nachts um 1 auf Jimmys Kaffeeplantage ankamen, waren wir müde und froh unsere durchgeschüttelten Körper auf einer Matratze ausstrecken zu dürfen. Auf dem Rückweg zu Rasta (Andy und Mandy sind übers Wochenende mit dem Bus nachgekommen) waren dann 8 Menschen, 4 Kokusnüsse und noch immer 5 Rucksäcke, aber dafür keine Tippis mehr im Jeep. Die Rückfahrt dauerte aber trotzdem geschlagene 6 Stunden!




















